Franz Renggli - Körperpsychotherapeut /Paar-, Baby- und Familientherapeut
 
 

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Rundbrief 2019 zur pränatalen Psychologie

Liebe Kolleginnen und Kollegen,

Als erstes möchte ich Euch mitteilen, dass ich im März 2019 wahrscheinlich mit meiner letzten Weiterbildung beginnen werde. Gewinnen konnte ich für die Co-Leitung Nicole Eger (www.nicole-eger.de), eine Trauma-, SE-, und NARM- Therapeutin, welche kurz davor steht, eine eigene Form der pränatalen Körperpsychotherapie anzubieten: somit eine grosse Expertin. Zudem arbeitet Nicole in Retreats mit kleineren und grösseren Gruppen mit eben dieser speziellen Form der pränatalen Körperpsychotherapie in Kombination mit Bewusstseinsarbeit.

 

 

Begleitet werden wir in unserer grossen Weiterbildungsgruppe von 24 Menschen, von

zwei Experten in pränataler Körperpsychotherapie: von Wolfgang Polak in der Nähe von Wien (www.geburt-und-heilung.at) und von der Psychologin Evelin Maucher aus Freiburg. Beide werden unsere Weiterbildung als Assistenten ergänzen.

 

Zur Weiterbildung: „Erfahrung aus Schwangerschaft und Geburt als Quelle von Heilung“ will ich folgendes mitteilen: es gibt 4 einwöchige Grundkurse, verteilt über 2 Jahre.

Kurs I: eine Einführung beginnt im März 2019. Im Kurs II wird dann die Geburt das Thema sein, im Kurs III die Schwangerschaft. Zentrum all dieser Kurse ist das Üben in Kleingruppen von 2-4 Menschen, wobei Ihr wechselweise die Rolle des Therapeuten oder der reisenden Person (des Patienten) einnehmen werdet. Im Kurs IV dann zeigen wir Euch wie Ihr solche Selbsterfahrungsseminare „Reise in die eigene Schwangerschaft und Geburt“ selber durchführen könnt, das bedeutet, hier habt Ihr neu die Gelegenheit in einer Gruppe von 8 Menschen Eure eigene kreative therapeutische Potenz und Fähigkeit in einer grossen Gruppe zu erfahren und zu entwickeln.

Ihr werdet erleben, einen wie grossen Unterschied es macht mit einer so dichten psychischen Energie in dieser Grossgruppe zu arbeiten – ein Quantensprung. Gleichzeitig habt Ihr die Gelegenheit, hier zu erfahren, ob Ihr solche Seminare später selber anbieten wollt, und wenn, dann habt Ihr hier die Chance, einen ersten Schritt zu machen, um Euren eigenen Stil zu entwickeln.

 

Dieser Grundausbildung folgen dann noch drei einmalige Aufbaukurse – jeweils im Sommer.

Kurs V: Der Übergang der Seele aus der geistigen Welt, die Zeit vor, während und nach der Zeugung. Kurs VI: Wie wir von dieser pränatalen Körperpsychotherapie her mit Paaren arbeiten und in Kurs VII schliesslich auch mit Familien (2021-2023). Und da meine Methode zentral von der Arbeit mit Babys entwickelt worden ist, sind natürlich die Paar- und Familientherapie von zentraler Bedeutung. Hintergrund bei mir ist eine beinahe 50jährige Erfahrung mit Paaren und Familien.

Wichtig bei dieser Weiterbildung: es gibt keine Voraussetzungen irgendwelcher Art für die Teilnahme: Interesse und die Absicht, später therapeutisch tätig zu werden, genügen. Und ebenfalls wichtig: wenn Ihr Euch zum 1. Kurs anmeldet, verpflichtet Ihr Euch zu nichts, Ihr dürft die Weiterbildung nach jedem Kurs beenden. Die Erfahrung zeigt allerdings, dass die meisten Teilnehmer/innen bleiben – und die Freiwilligkeit ermöglicht eine viel höhere Motivation zum Lernen. Und natürlich ist diese Weiterbildung nicht nur gedacht, Euch als Therapeuten kompetent zu machen, sondern sie ist immer auch ein gewaltiges Eintauchen in die eigenen Geschichte, ein Kennenlernen und eine vertiefte Erfahrung der eigenen frühesten Traumatisierungen. Für mehr Infos, was die einzelnen Kurse betrifft, siehe auch meine Website und was die Daten betrifft meinen Anhang.

 

Angedeutet sei schon hier: wer selber als Therapeut/in erfahren ist, hat entweder die Möglichkeit in Kurs II oder Kurs III quer einzusteigen – je nachdem wenn einzelne Menschen die Weiterbildung verlassen sollten.

 

Allerdings muss ich Euch mitteilen, dass diese neue Weiterbildung (ab März 2019) bei Nicole und mir bereits ausgebucht ist. Es gibt jedoch immer mal wieder Interessenten, welche sich aus welchen Gründen auch immer von der Weiterbildung zurückziehen – unter Umständen recht kurzzeitig vor dem Beginn. Und da bis jetzt die Männer eine Minderheit darstellen, haben sie im Moment Vorrang bei einer möglichen Anmeldung.

 

Zum Trost kann ich Euch mitteilen, dass solche Weiterbildungen wie Nicole und ich sie anbieten, seit neustem von einer ganzen Reihe von Schüler/innen von mir angeboten werden: An erster Stelle seien Gudrun Indlekofer und Joachim Detjen erwähnt, welche als Paar natürlich eine ganz besondere Ausstrahlung haben (www.geburt-und-leben.de), Ines Oberscheid mit ihrer systemischen Familienarbeit bietet diese Weiterbildung ebenfalls im Raume München an, ergänzt durch ihre rezeptive Musiktherapie (www.centrum-erding.de). Und wie erwähnt wird Nicole Eger bald eine entsprechende Weiterbildung anbieten. Erwähnt sei, dass alle drei erwähnten „Institutionen“ sich auf den Raum München konzentrieren.

 

Erwähnt sei ferner Verena Lauffer, Fachärztin für Psychosomatik und Lehrbeauftragte für funktionelle Entspannung, welche im Norden von Deutschland, in Greifswald, ebenfalls eine ähnliche Weiterbildung anbietet. Ärzte können bei ihr Zertifizierungspunkte beantragen. Anmeldungen unter Tel. +49 3834 5023 23 oder unter verenalauffer@web.de.

 

Und schliesslich habe ich vor einigen Jahren eine solche Weiterbildung mit Helga Fink im Raume Stuttgart angeboten, in der Kunsthochschule in Nürtingen. Zur Zeit bietet Helga eine solche Weiterbildung an zusammen mit dem Kunst- und pränatalen Therapeuten Klaus Evertz (www.helgafink.de).

 

Erwähnt sei schliesslich auch die Internationale Gesellschaft für Pränatale Psychologie: The International Society for Pre- and Perinatal Psychology and Medicine (ISPPM): in ihrem jeden Monat erscheinendem Rundbrief wird eine ganze Reihe an Weiterbildungen angeboten, zudem auch auf Kongresse und Tagungen zu diesem Thema hingewiesen – siehe www.isppm.de. Es lohnt sich dort Mitglied zu werden, weil in ihrem Rundbrief auch immer wieder wichtige Infos zu lesen sind, zudem neueste Bücher zum Thema. Und die ISPPM selber organisiert selber jedes Jahr einen eigenen Kongress zum Thema.

 

Mit Ines Oberscheid (www.centrum-erding.de) zusammen leiten wir unsere derzeitig laufende Weiterbildung hier in Basel – eine wunderbare Gruppe und eine fruchtbare Zusammenarbeit zwischen uns beiden. Und schon jetzt möchte ich ehemalige Schüler/innen von mir darauf hinweisen, dass Ihr  zu den Kursen VI und VII: Unserer Arbeit mit Paaren und Familien herzlich eingeladen seid – jeweils eine Woche im August 2020 oder 2021.

 

NEU:

Entwickelt habe ich all meine Aufbaukurse V – VII mit meiner „alten“ Mitarbeiterin Anke Eyrich (www.diewiege.com). Mit ihr zusammen habe ich im Herbst dieses Jahres ein 4tägiges Seminar organisiert: Familientage (im November 2018), da wir mit 4 Familien jeweils einen Tag arbeiten – zwei Familien mit kleinen Kindern und zwei ältere Elternpaar (60-75jährig) mit entsprechend erwachsenen Kindern. Wir wollten diese Familienarbeit auch für Menschen anbieten, die nicht unbedingt Interesse haben eine ganze Weiterbildung bei mir zu durchlaufen. Eventuell schreiben Anke und ich auch ein Buch über dieses Thema: Unsere Arbeit mit Babys, Paaren und Familien.

Nur kurz will ich erwähnen, dass meine letzte Weiterbildung mit Michaela Mardonovic aus Ljubljana leider auseinander gebrochen ist, weil wir uns weltanschaulich und von unseren therapeutischen Ansätzen her zu weit auseinander entwickelt haben.

Im Frühsommer 2019 werde ich wieder ein dreitägiges Babyseminar anbieten. Zudem, was die Selbsterfahrung betrifft: 4 Seminare für Paare und 3 „Reise in die eigene Schwangerschaft und Geburt“ für Menschen die therapeutisch tätig sind, oder werden wollen.

 

ZUR NEUEREN LITERATUR:

 

Als erstes Buch sei dasjenige von William Emerson erwähnt: Geburtstrauma, Auswirkungen der modernen Geburtshilfe auf die Psyche des Menschen, Moshammer Verlag Österreich. Dieses Buch ist natürlich unbedingt lesenswert. Darin ist auch die Geschichte vom traumatisierten Hundebaby erwähnt, dessen Mutter in der Schwangerschaft von einem Lastwagen angefahren worden ist, und deren Junges später völlig verängstigt ist – Schwangerschaftstraumen kommen also auch im Tierreich vor. Wir als seine Schüler haben dieses und andere Bücher von William Emerson in unser Weiterbildung im Original lesen können. Leider ist er mit einer unglaublichen Schreibblockade „gesegnet“, sonst könnten ohne weiteres drei weitere Bücher von ihm erscheinen. Ich hoffe, dass es William im Alter gelingt, über seinen Schatten zu springen. Ludwig Janus hat ihn als den „Sigmund Freud der pränatalen Psychologie“ bezeichnet.

 

Im letzten Jahr ist auch das Buch von Christine Balkenhol und Christine Karrasch (Hgs.) erschienen. Mit seiner Liebe wächst meine Seele, Leben und Erleben im Mutterleib: die Methode der vorgeburtlichen Bindungsförderung in Praxis und Therapie, Einklang Verlag. Entwickelt wurde diese Methode vor rund 15 Jahren von den beiden ungarischen Psychoanalytikern György Hidas und Jenö Raffai (Nabelschnur der Seele), welche in der Zwischenzeit beide verstorben sind. Gelehrt wird die heutige Bindungsanalyse vorallem von Ludwig Janus, dem Alt-Präsidenten der ISPPM und von Helga Blazy, welche jeweils die Tagesbände der Bindungsanalytiker veröffentlichen. Dieses Buch ist eine gute Anleitung für Mütter, wie sie mit ihrem Baby im Bauch während der Schwangerschaft Kontakt aufnehmen können, wie sie eine gute Bindung zu ihm aufbauen können.

Abhängig ist dies natürlich von der eigenen Bindungserfahrung, welche die Mutter mit ihren Eltern erleben durfte. Und wichtig ist dabei, wie das Baby darauf reagiert: welche Antworten erhält eine Mama – ein Dialog zwischen einer Mutter und ihrem Kind kann sich so entwickeln, vielleicht unterstützt durch eine Fachperson. Durch solche frühe Bindungsförderungen können Frühgeburten vermieden, die Geburt selbst erleichtert werden, Kaiserschnitte sind praktisch kaum notwendig.

Es sind später Kinder, die weniger schreien und ruhiger schlafen, die Signale der Kleinen werden von den Müttern gut verstanden und entsprechend beantwortet. Durch dieses gegenseitige Vertrauen kann ein Baby seine Gefühle gut regulieren, es ist offen für positive Gefühle und Erlebnisweisen – es ist offen und neugierig für diese Welt – und es hat einen guten Umgang mit Stress, es wird davon nicht einfach überflutet. Kurzum: es sind Babys, welche sich in dieser Welt willkommen geheissen fühlen, welche mehr in sich selber ruhen. Geschrieben wurden die einzelnen Artikel von ganz verschiedenen Autorinnen, welche immer wieder an Fallgeschichten ihre Arbeit darstellen – und so einer werdenden Mutter natürlich Mut machen ihre eigene frühe Vergangenheit, ihre eigene Schwangerschaft und Geburt zu bearbeiten, weil somit ihre negativen Gefühle und Affekte abgebaut werden können. Speziell erwähnen möchte ich den Artikel von Marion König,  welche über die Geburt von Müttern berichtet, welche sexuell missbrauch worden sind. Ein solches Baby will nicht geboren werden, es will diese “verbrannte Erde nicht betreten”. Natürlich erleichtert ein Auf- und Entdecken solcher negativen Erfahrungen nicht nur die Mutter selbst, sondern auch die bevorstehende Geburt.

 

Ebenfalls hinweisen möchte ich auf das Buch von Jon & Troya Turner und Olga Gouni (Eds.) 2018: Prenatal Psychology 100 Years: A Journey in Decoding How Our Prenatal Experience Shapes Who We Become!  Verlag: International Journal of Prenatal and Life Sciences, Athens Greece.

Jan Turner ist Amerikaner, ursprünglich Journalist, bevor er ein Pionier in der pränatalen Psychologie wurde, und zusammen mit seiner Frau Troya eine eigene Schule und Richtung gegründet hat: “Whole Self Prebirth Psychology”. Die Turners haben während 30 Jahren viele Weiterbildungen zusammen durchgeführt  - quer über die ganze Welt. Ihr Buch ist eine Sammlung von Artikeln ihrer ehemaliger Schüler/innen. Und Olga Gouni ist eine davon aus Athen/Griechenland.

Jan und Troya sind durch ihre lebenslange Arbeit zu der Überzeugung gekommen, dass es ein Bewusstsein der ankommenden Seele, des Babys schon vor der Zeugung gibt, welches vom Bewusstsein der Mutter, von der Aura des Vaters angezogen wird, von ihren energetischen Feldern. Siehe dazu auch das Buch von Pim van Lommel : Endloses Bewusstsein, welcher als Kardiologe durch die Arbeit mit dem Nahtod-Erleben/mit Koma-Patienten zum selben Schluss kommt: es gibt ein Bewusstsein vor der Zeugung und nach dem Tod.

Die Therapie der Turners besteht aus einer aufmerksamen und sorgfältigen Befragung des „Whole Self“ (was ich frei übersetzt habe mit dem höheren Selbst): welche Erlebnisweisen oder traumatischen Erfahrungen habe ich während meiner Schwangerschaft vom Bewusstsein meiner Eltern, aus ihrer unverarbeiteten Vergangenheit übernommen. Was bedeutet: alles was wir in der Schwangerschaft erlebt haben, formt unsere „Glaubenssätze“, welche sich später im Leben entwickeln und entfalten werden. Damit besteht der zentrale Glaubenssatz der Turners darin: Ich will meine Realität kennenlernen (zu ergänzen: wie ich in meiner Schwangerschaft geprägt worden bin), anstatt meine Realität zu leben, als ob sie wahr wäre! Der Hintergrund dieser Überzeugung: meine Persönlichkeit, meine Prägung formt natürlich meine Realität, auch wenn ich auf einer unbewussten Ebene glaube, dass mir das geschieht. Sie plädieren für eine totale Selbstverantwortung für das eigene Leben: alles was geschieht – vergangen, gegenwärtig und zukünftig – wird durch mich verursacht. Und diese Verantwortung ans Tageslicht, ins Bewusstsein zu bringen, ist die Aufgabe und der Sinn unseres Lebens. Dasselbe Phänomen nochmal von einer anderen Perspektive her gesehen: alles Verhalten unseres Kindes können wir nur verstehen auf dem Hintergrund wie sie uns als Eltern in der Schwangerschaft erlebt und erfahren haben. Mir gefällt diese absolute Selbstverantwortung für das eigene Leben, es ist auch meine eigene Erfahrung. Und mir gefällt wie die Turners pränatale Psychologie und Spiritualität miteinander zusammenbringen. Dieser Artikel ist wie ein Vermächtnis ihres langen Lebens.

Vom Artikel von Olga Goumi bin ich enttäuscht, weil sie nicht ihre Art der Therapie darstellt, sondern einen sehr theoretischen Artikel veröffentlicht hat, in dem sie versucht die pränatale Psychologie mit der Quantenphysik zusammen zu bringen.

 

Peter Spork hat 2009 sein erstes Buch über die Epigenetik veröffentlicht: Der zweite Code. Letztes Jahr sein zweites: Gesundheit ist kein Zufall: Wie das Leben unsere Gene prägt - Die neusten Ergebnisse der Epigenetik, Deutsche Verlagsanstalt München. Und auch dieses zweite Buch von Peter Spork ist natürlich sehr lesenswert. So hören wir beispielsweise von der Tatsache, dass nur 1,5 % der Gene tatsächlich für die Baupläne der Proteine verantwortlich sind, oder im Klartext: 98,5 % sind Hüllsubstanz, was früher als Junk-oder Müll-DNA bezeichnet wurde. Schon Bruce Lipton hat in seinem Buch 2006: Intelligente Zellen, wie Erfahrungen unsere Gene steuern, davon geschrieben, dass die Genetiker diese Hüllsubstanz ganz einfach weggeschnitten haben, das hat sie nicht interessiert. Aber genau diese Hülle, diese 98,5 % sind verantwortlich für die Genregulation! Sie bestimmen darüber, ob eine Gensequenz an- oder abgestellt, und das heisst stummgeschaltet  wird. Dabei muss man sich vor Augen halten, dass alle Zellen das gleiche Genom besitzen: seien das Hirn- oder Muskelzellen, Leber- oder Hautzellen, Knochen- oder Blutzellen. Und dass alle diese verschiedenen Zellen auf eine ganz bestimmte Weise funktionieren, und das heisst dass eine Leberzelle nur als Leberzelle und nicht als Hirnzelle „arbeitet“: all dies bewerkstelligt die Genregulation! Und diese Genregulation wird als das Epigenom bezeichnet.

Mit anderen Worten: nicht die Gene, sondern ihre Genregulation ist entscheidend für unser Schicksal und sie sind zentral abhängig von Umweltfaktoren und Umwelteinflüssen. Dabei zeigt die Forschung, dass vorallem die erste Lebenszeit, die Schwangerschaft darüber entscheidet, ob wir dazu neigen gesund oder krank zu sein in unserem Leben. Und das Epigenom wird vorallem in der ersten Lebenszeit geprägt: Gesundheit beginnt im Mutterleib. Erlebt ein Baby hier viel Stress, leidet der entsprechende Mensch ein Leben lang unter einem erhöhten Stresspegel und neigt dazu beispielsweise dauernd auszurasten. Depressionen in der Schwangerschaft ist die Hauptursache für die Gewaltneigung von Jugendlichen. Oder in der Schwangerschaft wird geprägt, ob wir bis zu unserem Tod geistig rege und gesund bleiben. Und natürlich bestimmt Geborgenheit und Liebe in dieser frühen Lebenszeit im späteren Leben eine höhere Resilienz: dass wir von negativen Erfahrungen und Erlebnisweisen nicht überflutet werden, sondern dass wir damit umgehen können und dass unser positives Erleben überwiegt. Und natürlich spielt das Bindungsverhalten der Eltern eine entscheidende Rolle: welche Bindung wir mit den eigenen Eltern aufbauen konnten, zentral geprägt durch die Bindungserfahrungen welche unsere Eltern selber als Kinder erleben durften. Oder wenn ein Mensch zur Fettsucht neigt, bedeutet das nicht nur, dass er selber zuviel isst, sondern dass schon seine Eltern zuviel gegessen haben! Das bedeutet: die Genregulation überschreitet die Generationengrenze – die epigenetische Steuerung wird vererbt. Die Umweltprägung beginnt somit vor der Zeugung – unsere Gesundheit beginnt in der Kindheit der Grosseltern.

 

Zudem hat nach seinem letzten Buch: Frühes Trauma (2014) Franz Ruppert ein neues Buch herausgegeben (2017): Mein Körper, mein Trauma, mein Ich: Anliegen aufstellen – aus der Traumabiografie aussteigen (als Herausgeber zusammen mit dem Arzt Harald Banzhaf), Kösel. Dabei vertieft Franz Ruppert seinen Ansatz konsequent weiter und bezeichnet die früheste Störung aus Schwangerschaft und Geburt als Identitätsstörung: das traumatische Erleben dabei ist das nicht gewollt sein. Dann folgt als nächste Stufe das Trauma der Liebe, die Bindungsstörung: das nicht geliebt sein, und schliesslich als letzte Stufe das Trauma der Sexualität, das nicht geschützt sein. Dies ist nach Franz Ruppert die Trauma Trias und der Ursprung liegt fast immer in der gestörten Identität am Lebensanfang. Wer diese Traumata nicht bearbeitet, wird später krank oder süchtig, oder entwickelt ein eigenes Tätertrauma: was wir erlitten haben, geben wir unter Umständen an andere Menschen weiter, indem wir sie leiden lassen.

Der Mitherausgeber Harald Banzhaf schreibt über den Ursprung des Traumas, wie unsere Psyche, unser Nervensystem/das Gehirn (inklusive das Funktionieren der Neurotransmitter) eng zusammen mit unserem Hormonsystem und schliesslich dem Immunsystem arbeitet: der Psychoneuroimmunologie – was auch die Grundlage meines “Pestbuches” darstellte. Er selber arbeitet mit viel Achtsamkeitsübungen, mit Meditation. Im Buch dieser beiden Herausgeber sind dann viele Artikel der Schüler und Mitarbeiter von Franz Ruppert versammelt, über Störungen im Herzen, im Verdauungstrakt, in den Nieren, bis hin zu den Zähnen  - ein lesenwertes Buch.

 

 

Und schliesslich erscheint im Oktober 2018 das neue Buch meines Freundes Thomas Harms: Keine Angst vor Babytränen, wie Sie durch Achtsamkeit das Weinen Ihres Babys sicher begleiten können, Psychosozialverlag. Dieses Buch richet sich vorallem an junge Eltern, damit sie ihr weinendes Baby gut begleiten können. Über die Arbeit von Thomas Harms ist jetzt auch der neue Film von Antonin Svoboda erschienen: Cry Baby, Cry – unbedingt sehenswert. Er erscheint wahrscheinlich im Herbst als DVD (siehe auch die Website von Thomas: www.thomasharms.org).

 

Und von Ute Auhagen-Stephanos ist in der Zwischenzeit nicht nur die Hörkassette, sondern auch ihr Buch erschienen: Der Mutter-Embryo-Dialog: Fruchbarkeit und Unfruchtbarkeit im Spiegel der Psychotherapie. Und sie hat eine wunderbare Methode entwickelt, wie sie Eltern oder Mütter begleiten kann, welche sich zu einer künstlichen Befruchtung entschieden haben, oder wie diese sich selber begleiten können, damit ihr Baby bleibt. Dieses Buch ist auch lesenswert für Eltern, die gerne schwanger werden möchten oder schwanger sind.

Als letztes sei schliesslich darauf hingewiesen, dass mein Buch: Das goldene Tor zum Leben - seit rund einem Jahr vergriffen – jetzt neu erschienen ist im Psychosozialverlag unter einem neuen Titel: Früheste Erfahrungen – ein Schlüssel zum Leben, wie unsere Traumata aus Schwangerschaft und Geburt ausheilen können. Es ist mein altes Buch, aber leicht verändert, so dass es nicht mehr in die esoterische Ecke gedrängt werden kann, und hoffentlich in den Buchhandlungen nicht mehr in der Esoterikabteilung steht, sondern in der Psychologie.

 

MEINE KURSE UND SEMINARE

 

A.Weiterbildungen

 

1.) Im März 2019 beginne ich meine neue Weiterbildung: Erfahrung aus Schwangerschaft und Geburt als Quelle von Heilung – zusammen mit der pränatalen Traumatherapeutin Nicole Eger (www.nicole-eger.de). Alle 7 Kurse dauern eine Woche und beginnen jeweils am Dienstagabend 18 Uhr und dauern bis Sonntag 17 Uhr.

 

Kurs I:   Einführung                                    5.-10.März 2019

Kurs II:  Geburt                                        1.-6.Oktober 2019

Kurs III: Schwangerschaft                           25.Februar-1.März 2020

Kurs IV:  Anleitung zu Selbsterfahrungsseminaren   29.September – 4.Oktober 2020

 

 

Kurs I bis IV sind die Grundkurse – es folgen dann einmal im Jahr drei Aufbaukurse, dies jeweils im Sommer:

Kurs V: Übergang der Seele aus der geistigen Welt (die Zeit vor der Zeugung und erste Zeit in der Schwangerschaft):                                  6.-11.Juli 2021

Kurs VI: Arbeit mit Paaren                            9.-14-August 2022

Kurs VII: Arbeit mit Familien                         8.-13.August 2023

 

Zugelassen zu meiner Weiterbildung sind alle interessierten Menschen, welche offen sind, ihre eigene frühe Traumageschichte kennenzulernen. Für mehr Infos zur Weiterbildung siehe meine Website. Und jeder Kurs ist freiwillig: wer Kurs I belegt, ist nicht verpflichtet weitere zu besuchen.

Kosten pro Kurs SFr. 1'050.-

 

2.) Trauma-Heilung bei Babys

 

Wie jedes Jahr biete ich auch 2019 wieder mein Babyseminar an. Dabei arbeite ich jeweils mit fünf Familien und ihren Babys. Interessierte Teilnehmer/Innen können mir zusehen oder auch die Rolle der Co-Therapie übernehmen – eine optimale Möglichkeit um zu lernen. Und der heilende Raum für Babys und ihre Eltern in dieser geschützten Atmosphäre der Gruppe ist besonders hoch, so habe ich auch jedes Jahr Familien mit Interesse an einer solchen Behandlung, die unter Umständen weit weg von Basel wohnen. Falls Ihr eine Familie kennt, die eine solche Behandlung möchte, nehmt bitte mit mir Kontakt auf.

 

Datum: 6.Juni 18 Uhr bis 9.Juni 17 Uhr 2019, Kosten SFr. 650.-

 

3.) Familientage in diesem Herbst, 2018

 

NEU: Zusammen mit Anke Eyrich (www.diewiege.com) führen wir dieses Seminar durch, weil wir auch Menschen die Gelegenheit geben wollen, unsere Arbeit mit Familien kennenzulernen, ohne dass dafür eine ganze Weiterbildung gemacht werden muss. Wichtig ist uns, dass wir pro Tag nur mit einer Familie arbeiten, beschränkt auf einen verlängerten Vormittag – am Nachmittag wollen wir Zeit haben über die Arbeit zu sprechen, wir sind offen für Fragestellungen, auch aus Euren eigenen Praxen, und dass wir auch Raum haben für therapeutische Probleme.

 

Datum: Donnerstag, 22.November 9 Uhr bis Sonntag, 25.November 17 Uhr 2018 bei mir in der Praxis. TeilnehmerInnenzahl auf 12 Personen beschränkt. Kosten: 800 SFr.

 

B. Selbsterfahrung

 

1.) Reise in die eigene Schwangerschaft und Geburt

 

Auch in diesem Jahr biete ich nur 3 Seminare an, beschränkt für Menschen die selber therapeutisch arbeiten, oder dies in Zukunft beabsichtigen. Alle übrigen Interessierten verweise ich auf die Liste der von mir ausgebildeten Traumatherapeuten: www.franz-renggli.ch/therapeuten . Wer solche Seminare anbietet, hat dies mit einem roten Stern vor seinem/ihrem  Namen gekennzeichnet.

Die Kurse beginnen jeweils am Freitag Morgen um 9 Uhr und enden am Sonntag um 18 Uhr.

 

Daten:  22. - 24. Februar 2019 mit Gisela Schneider

            28. - 30.Juni 2019 mit Sabine Bechtold

            18. - 20.Oktober 2019 mit Adriana Ammon

Kosten Sfr. 850.-

 

2.) Paarseminare

Im Unterschied zu den Reisen in die eigene Schwangerschaft und Geburt werden Paarseminare bisher nur von wenigen meiner Schüler/Innen angeboten:

-   Gudrun Indlekofer mit ihrem Mann Joachim Detjen (www.geburt-und-leben.com) sie haben mit Paaren und Paarseminaren am meisten Erfahrung.

-   Zudem bieten seit neuerer Zeit auch Anke und Hans Eyrich solche Paarseminare an (www.diewiege.com) – In Sulz, zwischen Stuttgart und Konstanz.

Alle vier Therapeuten kann ich wärmstens empfehlen.

Und weil nur so wenig Paarseminare angeboten werden, will ich im neben dem im Dezember noch offenen Seminar auch im 2019 wieder vier Paarseminare anbieten, und zwar jeweils vom Donnerstag 16.00 Uhr bis Sonntag 17.00 Uhr:

13. – 16. Dezember 2018 mit Nicole Eger

10. - 13. Januar 2019 mit Helga Fink

28. – 31. März 2019 mit Andrea Andrek

5. – 8. September 2019 mit Ines Oberscheid

5. – 8. Dezember 2019 mit Gudrun Indlekofer

Kosten Sfr. 800.- pro Person, offen für jeweils vier Paare

 

In allen Seminaren und Weiterbildungen kann jeweils in meiner Praxis übernachtet werden.

 

Nun wünsche ich Euch alles Gute in Eurem Leben und eine fruchtbare Reise nach Innen.

Ganz herzlichst

Franz Renggli

 

 

 

 

 

 

 

 Hier können Sie den Rundbrief 2019 als pdf herunterladen.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 
Franz Renggli - Körperpsychotherapeut /Paar-, Baby- und Familientherapeut
Nonnenweg 11 - CH-4055 Basel - Tel. (0041) 061 271 62 32 - www.franz-renggli.ch