Franz Renggli - Körperpsychotherapeut /Paar-, Baby- und Familientherapeut
 
 

                                                                                         

Rundbrief 2017 zur pränatalen Psychologie

Liebe Kolleginnen und Kollegen,

Soeben haben Anke Eyrich und ich zum ersten Mal den Kurs IV durchgeführt: Unsere Arbeit mit Paaren. Es war dies ein Versuch zu demonstrieren, wie wir mit 4, bzw. mit 5 Paaren in einer Weiterbildung zusammen arbeiten. Und dieser Kurs war ein voller Erfolg, indem die anwesenden Paare eine ganz neue Ebene des Zusammenseins erleben durften: Nämlich wie die pränatalen Erfahrungen und Verletzungen von jedem Partner im alltäglichen Erleben und in der Beziehung immer wieder neu inszeniert werden – letztlich mit der Hoffnung, mit dem Partner zusammen die alten Traumas ausheilen zu lassen. Dabei glauben wir, dass es nichts Heilenderes gibt als eine liebevolle Paarbeziehung – nur müssen hierfür die Grenzen (auch die sexuellen) klar und eindeutig sein, weil sonst alte Gefühle von Einsamkeit und Verlassenheit wieder geweckt werden. Ich glaube der Kurs war sehr inspirierend für alle Teilnehmer/innen, selber mit Paaren in dieser Art und Weise zu arbeiten.

NEU : Auf diesem Hintergrund sind Anke und ich motiviert, im Sommer 2017 Kurs VII ein erstes Mal durchzuführen: Unsere Arbeit mit Familien. Die Familiendynamik zeigt sich auf einer tieferen, existenzielleren Ebene, wenn mit dieser Art Körperarbeit die ursprünglichen Verletzungen aller Beteiligten verstanden und gewürdigt werden. Unsere Vorstellung für Kurs VII: Wir arbeiten mit 4 Familien zusammen, jeweils einen halben Tag, eventuell bei Bedarf auch länger. Die Kinder sollten vom Alter her verschieden sein: Eine Familie beispielsweise mit 5-15 jährigen Kindern, eine mit Jugendlichen bis 25 jährigen jugendlichen Erwachsenen, und schliesslich auch eine Familie mit 40-50 jährigen „Kindern“ zusammen mit ihren alten Eltern. Dabei haben Familien den Vorzug, die aus der Weiterbildung von Anke und mir kommen – wir haben schon bereits 5 – 6 interessierte Familien.

Eingeladen zu Kurs VII sind alle Menschen, welche meine Kurse I-IV besucht haben, auch solche welche an Kurs V und VI nicht teilgenommen haben. Meine Motivation zu diesem neuen Kurs ist: In meiner Praxis arbeite ich seit 45 Jahren mit Familien, und ich möchte Menschen meiner Weiterbildung dazu motivieren, dies auch zu versuchen.

Meine neue Weiterbildung ab 2017 mit Ines Oberscheid (www.yogacentrum-erding.de) :

Unsere neue Weiterbildung beginnt Anfang März 2017 – zu den genauen Daten des Kurses: siehe im Anhang des Rundbriefes. Ines selber ist Yogalehrerin und Heilpraktikerin für Psychotherapie, zudem hat sie viele Jahre Erfahrung gesammelt mit systemischer Familienarbeit (Familienstellen) und seit neuestem hat sie eine Ausbildung abgeschlossen in rezeptiver Musiktherapie.[1] Mit Ines in der Co-Therapie entstand auch der Film von mir: Schicksal Schwangerschaft.

Und auch mit Ines ist die ganze Ausbildung von Kurs I-IV geplant, innerhalb von zwei Jahren zu je fünfeinhalb Tagen. Und anschliessend die Aufbaukurse V: Übergang der Seele aus der geistigen Welt (die Zeit vor der Zeugung und die ersten Tage danach). Kurs VI: Die Arbeit mit Paaren und Kurs VII: Die Arbeit mit Familien.

Die Aufbaukurse finden jeweils im Sommer Anfang Juli statt, einmal pro Jahr (von 2019-2021).

Wie bisher ist die Teilnahme an den Kursen freiwillig, d.h. wer Kurs I besucht hat, ist nicht verpflichtet, die gesamte Weiterbildung zu belegen. Umgekehrt ist ein Quereinsteigen möglich, wenn entsprechend ein Platz frei wird. Jetzt, da die Weiterbildung noch nicht angekündigt ist, sind bereits schon 20 Anmeldungen bei mir eingetroffen, so dass Ines und ich uns entschieden haben, den Kurs auf 24 Teilnehmer/innen zu erhöhen – es sind also nur noch wenige Plätze offen. Und gerichtet ist die Weiterbildung an alle Interessierten – vor allem an solche, welche die pränatale Dimension des Seelenlebens in sich erforschen, oder ihre Arbeit dadurch erweitern wollen.

Erwünscht ist als „Voraussetzung“ eine eigene „Reise in die Schwangerschaft und Geburt“, um mit dieser Arbeit in Kontakt zu kommen. Dabei sind diese „Reisen“ ebenso bei allen meiner Schüler/innen möglich – siehe hierzu meine Therapeutenliste auf meiner Website.

In meiner jetzigen Weiterbildung mit Michaela Mardonovic (www.horus-center.com) führen wir im Herbst Kurs IV durch: Die anwesenden Teilnehmerinnen sollen angeleitet werden, wie sie selber eine solche „Reise in die Schwangerschaft und Geburt“ durchführen und gestalten können. Dabei ist unsere Gruppe mit 20 Teilnehmern so gross, dass wir sie in zwei Untergruppen teilen werden, so dass jeder „Therapeut“ die Erfahrung machen kann, wie sich das anfühlt mit soviel Leuten zu arbeiten – ein Quantensprung von der Arbeit in Kleingruppen mit 2-4 beteiligten Menschen. Und gleichzeitig wird dieser Kurs die Gelegenheit sein, erste Schritte zu machen um den eigenen Stil zu entwickeln.

Und zu Michaela als Ergänzung: Sie hat ihr erstes Buch veröffentlicht: Yogananda, verwirkliche dein wahres göttliches Selbst (siehe mein letzter Rundbrief). Und ihr zweites Buch Eine neue Welt, von Horus und Krishnamurti liegt schon in der Schublade bereit zur Publikation. Ihr drittes Buch Erwachen in Leichtigkeit – in 10 Stufen, von Babaji ist sie im Moment am schreiben. Alle ihre Bücher sind Durchsagen aus der geistigen Welt und sollen den Menschen helfen, und sie dabei unterstützen, ihren ureigensten Weg zu finden in unserer krisenhaften Welt, beim Aufsteigen in ein höheres Bewusstsein. So gesehen versteht sich Michaela als „Hebamme“.

Wie in jedem Jahr führe ich auch 2017 wieder ein Babyseminar durch: Traumaheilung bei Babys. Und zwar an dreieinhalb Tagen im Mai. Neben einer Einleitung zum Thema arbeite ich wie jedes Jahr mit fünf verschiedenen Familien, je eine an einem halben Tag, so dass Ihr einen guten Eindruck bekommt, wie ich solche Behandlungen durchführe. Und jemand aus der Gruppe der Teilnehmer/innen kann mich bei der Behandlung begleiten – eine gute Gelegenheit, um in diese Arbeit hineinzuwachsen. Durch den erweiterten heilenden Raum der Teilnehmer/innen ist die Heilwirkung dieser Seminare besonders intensiv, eindrücklich habe ich dies „beschrieben“ in meinem Buch und in meinem Film. Für diese Seminare reisen Familien mit einem Baby unter Umständen 4-6 Stunden an, und so kennt Ihr vielleicht selber eine solche Familie, welche eine solche Behandlung (ohne Bezahlung) erfahren möchte. Ruft mich einfach rechtzeitig, mindestens einen Monat vor Seminarbeginn an, um ein Baby anzumelden.

Was die Selbsterfahrung betrifft, biete ich dieses Jahr 7 Workshops an: Reise in die eigene Schwangerschaft und Geburt, offen für 7 Menschen an drei Tagen. Und wie in den letzten Jahren biete ich auch 5 Paarseminare an, in welchen beide Partner die Gelegenheit haben, in eine solche „Reise“ einzutauchen, um anschliessend in der ganzen Gruppe darüber nachzuspüren: durch was für eine erste Lebenserfahrung wurde das Paar zusammengeführt, was ist die tiefe Ursache oder Quelle ihrer aktuellen Konfliktsituation und welche Anregungen oder Hilfestellungen können sie von uns allen in der Gruppe gebrauchen, um den nächsten Schritt zu machen in ihrer persönlichen Entwicklung, in ihrer Beziehung mit dem Partner.

Da die Kurse von Ines und mir wahrscheinlich bald voll sein werden, möchte ich auf zwei mögliche Weiterbildungen von Schüler/innen von mir hinweisen: Die nächste Weiterbildung von Ines Oberscheid (www.yogacentrum-erding.de) und Michaela Mardonovic (www.horus-center.com) wird in Erding bei München angeboten, wobei der erste Kurs am Dienstag, 1.November 2016 beginnt und bis zum 6.November 2016 dauert. Die beiden planen alle meine Kurse anzubieten, wobei Ines natürlich sehr geprägt ist durch ihre systemische Familienarbeit und durch ihre Musiktherapie-Ausbildung, Michaela hat eine spirituelle Ausrichtung, so werden die beiden sicher auch ihren eigenen Stil kreieren und eigene Wege einschlagen.

Gudrun Indlekofer und Joachim Detjen – zwei „alte“ Schüler von mir – beginnen im Raum München am Chiemsee (Oberbrunn-Pittenhart) im August 2017 ihre nächste, ihre vierte Weiterbildung (www.geburt-und-leben.com und www.gudrun-indlekofer.de ). Sie sind ein erfahrenes Paar und neben ihrer Weiterbildung bieten sie seit vielen Jahren regelmässig auch Reisen in die eigene Schwangerschaft und Geburt und Paarseminare an. Zudem haben sie ein Gästehaus, in welchem Menschen auch leben können, um einige Tage intensive Einzeltherapie, Einzelbegleitung erleben zu dürfen. Wichtig ist dies für Menschen oder für Paare, welche diese frühe Lebenszeit erforschen wollen, aber in ihrer Umgebung keine solche Therapiemöglichkeiten haben oder für Menschen in Krisen.

Erwähnen möchte ich auch den Altmeister in pränataler Körperpsychotherapie und meinen Lehrer William Emerson, der in der Schweiz schon seit 2 Jahren und in Deutschland schon seit 3 Jahren jeweils Weiterbildungen anbietet. Dabei ist im Moment noch offen, ob die laufenden Gruppen ihre Arbeit beenden und eine neue Gruppe entwickelt wird – oder aber ob die entsprechende Weiterbildung dauernd erweitert und ergänzt werden könnte (ich selber habe circa 10 Jahre bei William gelernt). Aber ein Quereinsteigen ist möglich.

Informationen über die Weiterbildung von William Emerson: www.emersonbirthrx.com oder wenn er in Europa ist sein deutsches Handy: 0049 151 57 46 01 25 oder bei seiner Partnerin: Margret Overdick in Münster: 0049 251 260 225.

Was die ISPPM (International Society For Prenatal and Perinatal Psychology and Medicine) betrifft möchte ich berichten, dass ihr nächster Kongress in Stolpen bei Dresden stattfindet vom 21.-23.Oktober 2016: Bindung und Geburt im transgenerationalen Kontext, Geburt als Resilienzfaktor seelischer Gesundheit, seelische Gesundheit als Resilienzfaktor der Geburt. Es wird der letzte Kongress sein unter der Präsidentschaft von Sven Hildebrandt. Auch ich werde dort zusammen mit Anke Eyrich einen Kurzvortrag halten zum Thema Geburt und Lebensanfang. Anmeldungen zum Kongress bei Johanna Schacht 0049 611 97 45 75 89 oder: secretary@isppm.de oder 0049 176 52 43 90 81 (Tagungstelefon). Was die ISPPM Schweiz betrifft siehe ihre Website www.isppm.ch.

Zur neuen Literatur:

An erster Stelle sei das Buch von Sven Hildebrandt (et.als.Hgs.) 2016 erwähnt: Ich spüre – also bin ich, Bedürfnisse vorgeburtlicher Kinder und ihrer Eltern im Spannungsfeld zwischen geburtskulturellen Entwicklungen, Gesundheitspolitik, Grundrechten, Ethik und Ökonomie (Mattes Verlag Heidelberg): der Tagungsband der ISPPM vom letzten Jahr in Berlin. Es ist dies eine gute Übersicht wo unsere Geburtskultur heute steht bis hin zur Geburt im MRT- Gerät (das Gerät erzeugt so laute Klopfgeräusche, dass die Mutter mit Ohrstöpseln geschützt werden muss. Und neben diesem „Irrsinn“ natürlich auch humane Baby- und Müttergerechte Geburtspraktiken wie sie beispielsweise von GreenBirth vorgeschlagen wird. Für mich am eindrücklichsten ist dabei der Artikel von Rien Verdult über die Traumatisierung von IVF bzw. ICSI Babys (hier wird ein einzelnes Spermium im Ei „eingepflanzt“). So zeigen beispielweise die Babys aus künstlichen Befruchtungen eine höhere Rate von Totgeburten und Kindstod nach der Geburt oder eine höhere Rate von cerebraler Lähmung, von Epilepsie oder von Abnormitäten - ganz zu Schweigen von Stress und Angst der Mütter in der Schwangerschaft mit den entsprechenden Auswirkungen auf ihre Babys oder Depressionen nach der Geburt. Oder die Rate von Schreibabys ist höher, sie zeigen ein schwierigeres Schlafverhalten oder Ernährungsstörungen, oder aber gestörtes Bindungsverhalten bis hin zu erhöhten Einsamkeits- und Verlassenheitsgefühlen. Zudem von gestörter Aufmerksamkeit, bzw. von Hyperaktivität. Ein ausgezeichneter Artikel.

In diesem Zusammenhang sei auch auf die CD von Ute Auhagen-Stephanos hingewiesen: Mutter-Embryo-Dialog. Ute begleitet Mütter mit Kinderwunsch in der Schwangerschaft, und zwar wie sie meditativ die Entwicklung ihres Babys begleiten können – und ebenso Mütter bei oder nach einer künstlichen Befruchtung (siehe auch ihr Buch 2009: Damit mein Baby bleibt, Zwiesprache mit dem Embryo von Anfang an.)

Erwähnt sei auch das neue Buch von Thomas Harms (Hg.2016): Körperpsychotherapie mit Säuglingen und Eltern, Grundlage und Praxis. Psychosozial-Verlag. Es ist dies ein würdiger Nachfolger seines ersten Buches (2000): Auf die Welt gekommen. Es gibt einen guten Überblick über die heute praktizierten Babytherapien. Dabei ist augenfällig, wie schnell dieses Fachgebiet sich heute erweitert und vertieft hat. Für mich am eindrücklichsten sind natürlich die pränatalen Therapieansätze – und ein Artikel stammt auch von mir: Ein Baby weint die Tränen seiner Eltern (zu finden auch auf meiner Website).

Hinweisen möchte ich auch auf das Buch von Ilka-Maria Thurmann: Kaiserschnitt heilsam verarbeiten, die prä- und perinatal basierte Spieltherapie nach Thurmann. Mabuse Verlag 2015. Im Unterschied zu Brigitte Meissners Kaiserschnitt-Geburtsbuch, welches Baby heilend die Art ihrer Geburt nacherleben lässt, sind es bei Ilka-Maria eindrückliche Beschreibungen von Kindertherapien und wie diese 4 bis 9 jährigen Kinder dabei ihre Ängste aus der Kaiserschnitt-Erfahrung und die daraus resultierenden Behinderungen im Alltagsleben überwinden und verarbeiten können. Ein empfehlenswertes Buch.

Ebenfalls sehr empfehlenswert ist das Buch von Ingrid Löbner (2016): Gelassene Eltern - glückliche Kinder, mit mehr Leichtigkeit und Entspanntheit durch die ersten Lebensjahre. Verlag Fischer und Gann. Schon früh hab ich von Ingrid gelernt, dass sie kein „erlösendes“ Kinderweinen braucht in ihren Babytherapien, wie das nicht nur ich, sondern viele Therapeuten so praktizieren. Ingrid baut soviel Ressourcen auf, dass Babys nicht weinen müssen – und die Mütter dann automatisch ganz tief an die Wurzeln ihrer eigenen Traumatisierungen und Verletzungen vorstossen können.

In ihrem Buch: Gelassene Eltern – glückliche Kinder zeigt Ingrid die Entwicklung der Kinder von der Geburt bis zum sechsten Lebensjahr auf mit einem Schwergewicht auf der frühen Kindheit. Ich kann dieses Buch deswegen sehr empfehlen, weil es von einer Psychologin/Psychotherapeutin geschrieben wurde, ohne dass die Pathologie, sondern die gesunde, lebensfrohe Entwicklung im Zentrum steht. Dabei ist es das Anliegen von Ingrid, dass ein entspanntes Zusammensein der Eltern mit den Kindern im Vordergrund steht, ohne dass alltägliche Konfliktsituationen wie Aufräumen, Umgang mit Aggression oder Grenzen-setzen vermieden werden. Wichtig dabei ist, dass die Eltern gut für sich selber sorgen, auf eigene gute Ressourcen achten. Und dass Kinder immer viel Zeit brauchen für alles – ein Plädoyer für die Langsamkeit, so dass das Zusammensein mit den Kindern nicht in einen Machtkampf ausartet. Dies ist das Buch einer Frau, die schon jahrelang in der Familienberatung tätig ist.

Ebenfalls mit grossem Interesse habe ich das Buch von Maria Luisa Nüesch (2015) gelesen: Begleitungskunst in Eltern- Kind-Gruppen, Orte der Ruhe, des Respektes, der Einfühlung und Entfaltung für Babys und Eltern, Verein Spielraum-Lebensraum. Dabei hat Maria Luisa eine so liebevolle und achtsame Weise im Umgang mit kleinen Kindern entwickelt, eine Langsamkeit und Offenheit, dem Kind alles-erklärende Haltung (Pikler-Pädagogik), dass der Leserin das Herz geöffnet wird: in diesen Gruppen von 4-6 Kindern können schon 4 Monate alte Babys teilnehmen, immer im Beisein der Mutter bis zu zweieinhalb Jahren. Allerdings nur einmal pro Woche. So werden Babys und kleine Kinder wunderbar vorbereitet im Kontakt zu sein mit Gleichaltrigen, und es ist dies gleichzeitig eine wichtige Schulung für die Eltern. Ein Wermutstropfen: solche Gruppen existieren nur in der Nähe von Grabs, im Kanton St.Gallen, dies ist auch der Wohnsitz von Maria Luisa Nüesch. Schön wäre es, wenn ihre Idee langsam in die ganze Schweiz, oder nach Deutschland/Österreich ausstrahlen würden und könnten.

Auch auf das Buch von Silvia Boadella sei hingewiesen: Die tragende Haut, von Geburt und Sterben. Arbor Verlag. Dabei ist dies kein Sachbuch sondern ein Roman, da Silvia den Lebensanfang mit dem Lebensende immer wieder verbindet, indem Szenen sich zwischen den beiden Polen des Lebens hin- und herbewegen –ein lesenswertes Buch.

Herausgekommen ist im letzten Jahr auch das neue Buch von Luc Nicon (2015): Natürlich Angstbefreit, unsere Körper spüren: Ängste und Blockaden selbst dauerhaft auflösen. Arbor Verlag. Wie die EFT (Emotional Freedom Techniques, das sich selber Beklopfen an entsprechenden Meridianpunkten) ist die Methode von Nicon ein Selbsthilfebuch, das Menschen anleitet, wenn sie in eine kritische Situation geraten, dass sie erstmal innehalten, die Augen schliessen, auf ihren Körper achten – ohne zu werten und zu deuten. Und wenn das gelingt, löst sich das entsprechende Traumamuster im Körper in kürzester Zeit selber auf. Nicon ist ja durch seine Tipi-Methode bekannt geworden (: Befreit von alten Mustern), da er Menschen in traumatischen Situationen auf der Körperebene entweder in die Geburt oder aber zum Verlust des Zwillings zurückgeführt hat – und eine Heilung innerhalb einer einzigen Sitzung bewirkt hat.

Ebenfalls erwähnt sei das Buch von Markus Fischer, mit dem zusammen ich die pränatale Körperpsychotherapie-Weiterbildung von William Emerson und Ray Castellino in die Schweiz gebracht habe. Eva Kaul und Markus Fischer (Hgs. 2016): Einführung in die integrative Körperpsychotherapie IBP (Integrative Bodypsychotherapie) Hogreve. Ursprünglich von Jack Lee Rosenberg in den USA entwickelt, hat Markus in „seinem“ Institut in Winterthur zusammen mit vielen Mitarbeitern diese Methoden der Körperpsychotherapie in der Schweiz weiter ausgebaut und differenziert – ein sehr lesenswertes Buch. Wenn jemand heute eine Ausbildung in Körperpsychotherapie machen möchte, empfehle ich neben David Boadella Biosynthese, immer an erster Stelle das IBP-Institut in Winterthur.

Und ganz zum Schluss will ich noch auf das Buch einer langlährigen Freundin und Kollegin von mir, von Ursula Henzinger hinweisen, an welchem sie über 10 Jahre gearbeitet hat: Bindung und Autonomie in den ersten vier Lebensjahren, Humanethologische Beiträge zur Bindungstheorie. (so der Arbeitstitel) Das Buch wird im Februar 2017 im Psychosozial-Verlag erscheinen – ein Buch das ich mit Ungeduld erwarte.

Noch ein letztes zu meiner eigenen Arbeit: mein Buch Das goldene Tor zum Leben wurde auf Ungarisch übersetzt und ist dort ein grosser Erfolg. Zur Eröffnung wurde ich auch in die Psychologische Fakultät der Universität zu einem Vortrag eingeladen und ich habe in Budapest auch meine Arbeit demonstriert. Mein Filmprojekt: die Demonstration meiner Arbeit für eine grössere Öffentlichkeit – entweder im Fernsehen als Dokumentarfilm zusammen mit Angelika Reicherter hat sich leider zerschlagen an der Finanzierung des Films. Ich hätte das Projekt gerne in Angriff genommen um einer grösseren Öffentlichkeit die Bedeutung der frühesten Lebenszeit nahe zu bringen, doch vom Arbeitsaufwand her bin ich nicht unglücklich dass dieses Projekt nicht zustande gekommen ist.

Nun wünsche ich Euch wieder allen ein frohes und segensreiches nächstes Jahr.

Ganz herzlichst

Franz Renggli


Weiterbildungen 2017

Erfahrungen aus Schwangerschaft und Geburt als Quelle von Heilung

Die moderne Neurobiologie zeigt, wie unsere bewusste Erinnerung im dritten Lebensjahr mit dem Einsetzen der Sprache beginnt. Gesteuert werden diese Prozesse mit der linken Hemisphäre unseres Gehirns, dem Sitz unseres logischen Denkens und diese Hemisphäre bleibt dominant während dem Rest unseres Lebens. In den ersten beiden Lebensjahren und in der Schwangerschaft jedoch ist die rechte Hemisphäre dominant. Hier werden unsere Körpererfahrungen, unsere Gefühle und unsere ersten Bindungserfahrungen gespeichert und geprägt. Sie bestimmen als „Grundmelodie“ den Rest unseres Lebens – ohne dass wir uns dessen bewusst sind. Diese Grundmelodie zu hören und zu spüren, zudem zu lernen, die alten Traumatisierungen zu verstehen und damit arbeiten zu können, ist das Anliegen meiner Weiterbildung.

Dabei geht die pränatale Psychologie und Psychotherapie von der Erfahrung aus, dass ein Baby ein voll bewusstes menschliches Wesen ist und dies während der ganzen Schwangerschaft, seit der Zeit der Zeugung. In dieser hoch sensiblen Zeit spürt es all die alten, nicht verarbeiteten Verletzungen seiner Mutter, genauso wie diejenigen des Vaters. Und ebenso die Schatten, welche diese alten Verletzungen der Eltern auf ihre Beziehung werfen. Wichtig bei dieser frühen Traumatisierung ist die Tatsache, dass es nicht „böse“ Eltern sind, sondern wir alle leben in einer gestörten, „kranken“ Kultur – und dies seit Tausenden von Jahren, seit es Hochkulturen gibt. Hier werden Mutter und Baby nach der Geburt voneinander getrennt als emotionale Anpassung an das entfremdete Leben in den Städten. Die Eltern sind somit nur die Übermittler dieser „Verrücktheit“ von einer Generation zur nächsten.

Was ein Mensch in diesem präverbalen Abschnitt erfährt, bestimmt sein ganzes Leben. Dabei besteht der Sinn unseres Daseins darin, dort wo wir durch unsere frühesten Verletzungen hart geworden sind, wo wir uns verschlossen haben, wieder weich zu werden und uns zu öffnen. Dort, wo unsere Seele aus Schmerz den Körper verlassen hat, diesen Schmerz auszuhalten und in unserem Körper präsent zu bleiben.

Durch meine Weiterbildung wird es möglich sein, die pränatale Dimension des Seelenlebens in die tägliche Arbeit zu integrieren, sei dies als Psychotherapeutin, Ärztin, Hebamme oder als Cranio-, Shiatsu-Therapeutin etc.. Wir versuchen eine neue „Sprache“ zu lernen, die Sprache der allerfrühesten Verletzungen - gespeichert in unserem Körper.

Im Seminar wird vorwiegend in Kleingruppen gearbeitet, wobei jeweils wechselweise die Rolle der Therapeutin und dann wieder diejenige der Patientin eingenommen wird. Die Kurse sind somit verbunden mit einem wichtigen Anteil an Selbsterfahrung. Die ganze Weiterbildung umfasst vier Blöcke oder Grundkurse zu je fünfeinhalb Tagen in zwei Jahren: Kurs I: Einführung, Kurs II: Geburt, Kurs III: Schwangerschaft, Kurs IV: Anleitung zum Geburtsworkshop, zur Reise in die eigene Schwangerschaft und Geburt.

Und neu drei Aufbaukurse – jeweils einer im Jahr:

Kurs V: Der Übergang der Seele aus dem Jenseits, der Lebensanfang

Kurs VI: Arbeit mit Paaren

Kurs VII: Arbeit mit Familien

Zur genaueren Beschreibung meiner Kursinhalte siehe meine Website. Meine Kurse sind EMR anerkannt. Optimale Voraussetzung für die Weiterbildung ist eine Teilnahme an meinem Seminar: Reise in die eigene Schwangerschaft und Geburt – dann lerne ich Euch kennen und Ihr umgekehrt die Art wie ich arbeite. Genauso möglich sind solche Reisen bei meinen Schüler/innen: siehe die Therapeutenliste auf meiner Website.

Weiterbildungen in Basel ab 2017 – zusammen mit Ines Oberscheid

Ines ist Yogalehrerin, systemische Familientherapeutin und Musiktherapeutin (www.yogacenter-erding.de).

Kurs I: Di, 28.Februar 2017, 18.00h – So, 5.März 2017, 17.00h

Kurs II: Di, 3.Oktober 2017, 18.00h – So, 8. Oktober 2017, 17.00h

Kurs III und IV: Werden 2018 folgen.

Kurs V - VII: Im Sommer (Juli) 2019-2021

Die Weiterbildungen werden im Tanzstudio von Elisabeth Moser an der St.Johanns-Vorstadt 70 hier in Basel durchgeführt. Übernachtet werden kann in meiner Praxis. Oder auf Anfrage: B+B. Kosten pro Kurs: FR. 1’050.-

Traumaheilung bei Babys

Ein Schlüssel um die Tränen eines Babys zu verstehen und seine Eltern bei diesen frühen Lebenskrisen zu unterstützen. Kein Baby weint grundlos. Wird es von Koliken geplagt, leidet es an Ein- oder Durchschlafstörungen oder zeigt es irgendwelche anderen Schwierigkeiten, so drückt es damit eine frühe Verletzung, ein Trauma aus.

In diesem Seminar lernen wir, was das Baby uns mit seinen Tränen „erzählen“ will. Dabei gilt: jede auf dem Körper der Eltern geweinte Träne ist eine Heilung. Doch wir alle haben als Babys viel weinen müssen: wegen diesem „inneren verletzten Kind“ können ein Vater wie eine Mutter die Traurigkeit und Verzweiflung ihres Babys meist nur schwer ertragen. Mit einer liebevollen Begleitung jedoch sind die Eltern in dieser frühen Lebensphase ihres Kindes so offen wie nie zuvor. Sie sind fähig mit der eigenen Schattenseite Kontakt aufzunehmen, um so ganz zu werden. In der Babytherapie werden mittels feiner Methoden der Körperpsychotherapie vorhandene Stressmuster abgebaut, um den Dialog zwischen dem Baby und seinen Eltern wieder zu öffnen. Um neue Bindungserfahrungen zu ermöglichen. Eine Krise am Lebensanfang als ungeahntes Heilungspotential für beide: für das Baby wie für seine Eltern. Im dreieinhalbtägigen Kurs wird gezeigt, wie mit 5 Babys/Kleinkindern und ihren Eltern gearbeitet wird. Das Seminar richtet sich an Menschen verschiedenster Therapierichtungen und Ärztinnen, welche meine Arbeit mit Babys näher kennen lernen wollen. Zudem an alle Menschen, die bereits mit Babys zu arbeiten oder in Zukunft arbeiten möchten. (25 Stunden EMR anerkannt).

Das Seminar beginnt Do, 25.Mai 2017, 18 Uhr – So, 28.Mai 2017, 17 Uhr

Ort: hier in meiner Praxis am Nonnenweg 11. Übernachtungsmöglichkeit in der Praxis.

Kosten Fr. 650.-

Selbsterfahrung: Reise in die eigene Schwangerschaft und Geburt

Seine grundsätzliche Prägung erfährt jeder Mensch in der Schwangerschaft, während der Geburt und in der frühen Kleinkinderzeit, woran wir uns nicht mehr erinnern können. Aber gerade in diesen frühen Lebensabschnitten brechen bei den Eltern ihre eigenen Verletzungen mit großer Kraft wieder auf. Erwachsene können sich meist in der einen oder anderen Form davor schützen. Ein Baby kann das nicht: Es kommt so in innige Berührung mit den Schattenseiten seiner Eltern oder besser: mit den Schattenseiten unserer Kultur - Ursprung und Quelle all unserer Schwierigkeiten in unserem Leben.

In einer solchen „Reise“ haben sieben Teilnehmerinnen jeweils die Möglichkeit auf einer tiefen, auf einer Körperebene die Sensibilität und Verletzlichkeit jener frühen Lebensabschnitte nachzuerleben. Die darin eingeschlossenen Kräfte und Energien können durch eine korrigierende Erfahrung wieder befreit werden - eine Möglichkeit zur Heilung, für einen Neuanfang im Leben. Die Teilnehmer/innen der Kleingruppe sind dabei ein wichtiges Medium, um diese ursprünglichen Prozesse zu ermöglichen. Die Seminare werden von mir zusammen mit einer Mitarbeiterin durchgeführt.

Die nächsten Daten für die „Reise in die eigene Schwangerschaft und Geburt“ im 2017, jeweils von Freitag 09.00h bis Sonntag 18.00h sind:

6. - 8. Januar 2017 mit Judith Schmidtke

17. – 19. März 2017 mit Mechthild Pech

21. – 23. April 2017 mit Jutta Perisson

23.- 25.Juni 2017 mit Angelika Heinkel

15.- 17.September 2017 mit Evelyn Maucher

10. – 12. November 2017 mit Barbara Birkenbeil

8.- 10 Dezember 2017 mit Ingrid Löbner

Die Seminare werden in meiner Praxis am Nonnenweg 11,4055 Basel durchgeführt

Kosten: Fr. 850.--, offen für 7 Personen.

Übernachtet werden kann in meiner Praxis.

Paarseminar

Wenn sich Menschen verlieben, spüren sie meist zu Beginn, welche unerledigte eigene Geschichte und Verletzungen sie mit ihrem/seinem Partner/in heilen wollen - Relikte aus der frühesten vorsprachlichen Lebenszeit. Im Zustand der Verliebtheit werden all unsere alten Wünsche und Sehnsüchte erfüllt – je länger eine Liebesbeziehung dauert und je stabiler sie wird, desto mehr versuchen wir unsere alten Schattenseiten und das heisst unsere archaischen Verletzungen in die Beziehung einzubringen, um einen nächsten Schritt zur Ausheilung zu wagen. Neben den Kindern gibt es im Leben wohl keine intensivere Lernmöglichkeit als eine Liebesbeziehung, um sich selber und die eigenen alten und verborgenen Verletzungen kennen zu lernen, um sie ausheilen zu lassen. Je besser uns diese Transformationen gelingen, desto mehr können wir unser menschliches Potential, unsere soziale Kompetenz, unsere Liebesfähigkeit, unsere Kreativität und unsere Lebensfreude entfalten – es ist dies der Sinn unseres Lebens.

Mit diesem Hintergrund biete ich ein 3 ½ tägiges Seminar für 4 Paare an, damit sie auf der Ebene der frühesten Verletzungen sich selber und ihre Partner neu kennen lernen und einen neue Öffnung für die alten Konflikte finden können. In diesem Prozess werdet Ihr von allen Teilnehmer/innen unterstützt.

Die Daten für die Seminare 2017:

Das Seminar beginnt am Donnerstag um 18 Uhr (NEU: Ab OSTERN um 16h!)

und endet am Sonntag um 17 Uhr.

19. Januar 2017 - 22. Januar 2017 mit Helga Fink

30. März 2017 - 2. April 2017 mit Michaela Mardonivic

8. Juni 2017 - 11. Juni 2017 mit Helga Fink

24. August 2017 - 27. August 2017 mit Ines Oberscheid

23. November 2017 - 26. November 2017 mit Gudrun Indlekofer

In meiner Praxis am Nonnenweg 11, 4055 Basel.

Kosten: Fr. 800.- pro Person

Übernachtungsmöglichkeit in der Praxis.

[1] Zu den dort vorgegebenen Musikstücken hat sie Gedichte verfasst: Der Erde Ton, des Himmels Klang, wenn Musik die Feder führt, Guided Imagery and Music. Eigenverlag


Der Rundbrief kann hier als PDF-Dokument heruntergeladen werden: Rundbrief 2017

 
Franz Renggli - Körperpsychotherapeut /Paar-, Baby- und Familientherapeut
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